Diese außergewöhnlich direkte Belehrung beschreibt Rinpoche mit den Worten: "...die ganze Geschichte durchschneiden und direkt zum Wesentlichen kommen." Er gab sie gleich nach seiner Rückkehr aus Nepal und Buthan, wo er selbst Belehrungen seiner Meister erhalten hatte. Zusätzlich nutzte Rinpoche die Gelegenheit, Zeit mit einigen älteren Dharmaschülern zu verbringen, dieschon lange engagiert daran arbeiten, die Lehren in ihrem Leben anzuwenden. Das gab Rinpoche einige tiefe Einblicke in den Prozeß der Befreiung; darin, wie wir uns selbst befreien können und darin, wie wir durch Nicht-Erkenntnis endlos in Leidensgeschichten steckenbleiben. Er beginnt die Belehrung , indem er sagt: "Ihr habt vielleicht unzählige Belehrungen über Mitgefühl und das gute Herz erhalten, aber wie sollen sie euch wirklich berühren können, wenn ihr unterschwellig so hart seid wie ein Holzklotz?"Während einer Belehrung oder während der Praxis machen viele von uns tiefgründige Erfahrungen, aber wir sind unfähig, sie auch zu verkörpern. Wir wissen nicht, wie wir Inspiration und Erkenntnisse in unseren Alltag hineinnehmen können. Wir folgen den Lehren und verstehen sie auch auf einer intellektuellen Ebene, aber wir integrieren sie nicht wirklich in unser Sein. Stattdessen schließen wir viele Kompromisse und lassen dem Ego seinen Willen.Wenn das Ego die Kontrolle hat, wird dein Leben ein einziges Durcheinander, denn 'du' bist nicht du. Unser wahres Selbst, unsere wahre Natur, ist Buddhanatur. Buddhas sind Buddhas, weil sie für das Wohlergehen aller fühlenden Wesen arbeiten. Wir aber arbeiten für unsere eigenen Interessen und grenzen uns dadurch ein, werden engstirnig und 'verteidigen unser Revier'. Der Schlüssel zur Integration liegt darin, über sich selbst hinauszugehen und groß zu sein, das Herz und den Geist zu öffnen und größer, größer und größer zu werden. Wir verschwenden so viel Zeit damit, zu sein, was wir nicht sind, zu viele Fragen zu stellen und Gedanken zu denken, die uns von unserem wahren Selbst wegführen. Darum praktizieren wir. Wir praktizieren, um wir selbst zu werden, und damit ist unser wahres Selbst gemeint, ohne alle möglichen komplizierten Gedanken, Konzepte und Ideen. Laßt die Enge in euch los, das Greifen nach einem Selbst und verbindet euch wieder mit eurer wahren himmelsgleichen Natur.Dann könnt ihr eure ganzen Begrenzungen vollständig transzendieren. Wenn ihr loslasst, ist es wunderbar. Ihr erfahrt den Segen, frei zu sein. Ihr seht dann, wie viel Spaß das macht und wie viel gesünder es ist, kein Ego zu haben. Praxis ist der Raum, in dem man diese Freiheit ununterbrochen erfährt. Je mehr ihr in der Lage seid, die Erkenntnisse aus eurer Praxis in euren Alltag zu bringen und sie zu einem Teil von euch zu machen, desto freier seid ihr. Dadurch könnt ihr jeden lieben und ohne Angst zum Nutzen aller fühlenden Wesen arbeiten, weil ihr jenseits von Hoffnung und Furcht seid. Das ist der Sinn von Praxis.
Anmerkung: Deutsche Übersetzung nacheinander (Rinpoche spricht, dann Übersetzung)
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